Der Beruf des Konferenzdolmetschers ist in vielerlei Hinsicht höchst anspruchsvoll, was gleichermaßen für die Ausbildung für diesen Beruf gilt, die in der Regel als Universitäts- oder Fachhochschulstudium absolviert wird.
Die Aufnahme in den VKD erfolgt nach mehreren Kriterien, unter anderem durch Vorlage eines Abschlusszeugnisses eines der anerkannten Institute von der Liste der anerkannten Ausbildungsinstitute für Konferenzdolmetscher.
Dolmetscher benötigen ein großes Allgemeinwissen und eignen sich im Rahmen ihrer Arbeit ein großes Spektrum an Fachkenntnissen in den verschiedensten Bereichen an.
Wichtige Fähigkeiten für die Tätigkeit als Sprachmittler sind:
Der Berufsalltag des Dolmetschers ist anspruchsvoll, anstrengend und häufig hektisch, zumal viele professionelle Konferenzdolmetscher als Freiberufler tätig sind. Dies erfordert neben Sprach- und Fachwissen eine Vielzahl weiterer Kenntnisse, um als Unternehmer auf dem freien Markt bestehen zu können.
Angefangen von Kostenkalkulation über Auftragsakquisition bis hin zu Grundlagen des Vertragsrechts ist ein breites Wissen gefragt, um in diesem vielfältigen und interessanten Beruf erfolgreich zu sein. Die Dolmetschleistung an sich fordert höchste Abstraktions-, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Konferenzdolmetscher müssen folglich zudem über exzellentes Organisationsvermögen und eine hohe Stressresistenz verfügen (nicht umsonst werden sie von Berufsunfähigkeitsversicherungen in die höchste Risikoklasse eingestuft).
Die Ausbildung zum Dolmetscher erfolgt in der Regel an Universitäten und Fachhochschulen bzw. gleichwertigen Bildungseinrichtungen im Ausland.
In verschiedenen Bundesländern können staatliche Prüfungen abgelegt werden, die denjenigen von Universitäten oder Fachhochschulen jedoch in keiner Weise gleichkommen und deshalb weder bei internationalen Organisationen noch bei deutschen Behörden anerkannt werden. Auch der VKD erkennt staatliche Prüfungen nicht als ausreichende Qualifikation für eine Aufnahme an.
Ausbildungsschwerpunkte sind: Perfektionierung der mutter- und fremd- sprachlichen Kenntnisse, Erlernen der grundlegenden Techniken des Dolmetschens, Kulturwissenschaft, vertiefte Kenntnisse in bestimmten Sachfächern sowie Terminologiemanagement. Aufgrund der spezifischen Anforderungen an die Gedächtnisleistung von Dolmetschern wird von Studierenden ebenfalls die intensive Arbeit an der eigenen Gedächtnis- und Synthesefähigkeit erwartet.
An Universitäten erfolgt eine wissenschaftliche Untermauerung der Ausbildung durch die Lehre der Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaften. Diese wissenschaftliche Komponente, durch die den angehenden Dolmetschern die Fähigkeit zur eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit vermittelt wird, hat auch für das spätere Berufsleben höchste Bedeutung, da hier ja ständig die Einarbeitung in neue wissenschaftliche, technische, politische, juristische, wirtschaftliche und weitere Fachgebiete gefordert ist.