Auf der JMV 2012 verabschiedet sich der nächste Jahrgang des Nachwuchsprogramms (NWP). Zwei Tandems schildern ihre Erfahrungen und Eindrücke.
Wie seid Ihr auf das NWP aufmerksam geworden?
Mentee 1: Ich habe davon von einer Kommilitonin im Studium gehört. Ich habe mir dann die AIIC und auch den VKD angeschaut und habe dort das NWP gefunden. Ich dachte mir, das ist eigentlich ganz nett. Denn in den meisten Berufen fängt man erst an zu arbeiten und macht sich später selbständig. Das ist beim Dolmetschen nicht der Fall, und ich dachte immer: „Es wäre doch so schön, wenn es die Möglichkeit gäbe für ein Traineeship oder als Azubi irgendwo.“ Also wenn man nicht gleich ins kalte Wasser geworfen wird. Das NWP kommt dem ziemlich nahe, und da habe ich mich dann einfach beworben. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich hörte wer meine Mentorin wird.
Mentorin 1: Ich habe schon den allerersten Jahrgang mitbekommen und war damals bereits der Meinung, dass ich das unterstützen möchte. Denn in meiner Anfangszeit hatte ich viele Fragen, die ich auf mehrere Personen verteilen musste. Da habe ich mir gedacht, es müsste eigentlich so ein System geben wie „Meister und Geselle“. Bei einer Kollegin habe ich mitbekommen, wie das NWP läuft, und als dann der zweite Aufruf kam, habe ich mich beworben. Meine Mentee war insgeheim meine Wunschkandidatin…
Mentee 2: Von dem Programm erfuhr ich praktisch aus erster Hand, über ehemalige Kommilitoninnen, die selbst teilgenommen haben. Außerdem habe ich mich über die VKD-Website informiert. Das Nachwuchsprogramm bietet genau die Starthilfe, die ich mir angesichts der Frage: „Wie ziehe ich meine Selbständigkeit auf?“ gewünscht habe.
Mentorin 2: Auf das NWP aufmerksam geworden bin ich durch die Koordinatorin des NWP, die mich angesprochen hat, ob ich mir vorstellen könnte, Mentorin zu werden. Nach anfänglichen Bedenken, ob ich dafür schon lange genug auf dem Markt und erfahren genug bin, habe ich mich dann entschieden, mitzumachen. Ich hätte mich am Anfang meines Freiberuflerdarseins gefreut und es als sehr hilfreich empfunden, wenn ich jemanden mit mehr Erfahrung gehabt hätte, den ich auch mit vermeintlich peinlichen Fragen hätte löchern dürfen.
Wie habt Ihr die 2 Jahre als Team so erlebt? Habt Ihr Euch gut verstanden? War die Zusammenstellung Eures Tandems eine gute Lösung?
Mentorin 1: Ich habe mir überlegt – was wäre bloß gewesen, wenn ich meine Mentee nicht nett, und – viel schlimmer – nicht gut gefunden hätte? Natürlich hätte ich dann auch mein Wissen weitergegeben und wäre für sie dagewesen. Aber es wäre mir sicherlich ein wenig schwerer gefallen. Und es war gar nicht schlecht, dass wir unterschiedliche Arbeitssprachen haben – im Gegenteil, es ist ein Vorteil, weil ich viel weniger Englisch selber mache, als an mich herangetragen wird.
Mentee 1: Ich kann noch hinzufügen, dass es bei der Zusammenstellung der Tandems wichtig ist, dass man einen gemeinsamen Berufswohnsitz hat oder dass man zumindest in erreichbarer Nähe wohnt. In dem Programm geht es ja nicht vornehmlich darum, dass man von der Mentorin Anfragen oder Aufträge weitergeleitet bekommt. Es geht vielmehr darum, auf die Füße zu kommen. Und da ist es gut, wenn man jemanden hat, der sich auskennt und auch mal jemanden für eine bestimmte Sache empfehlen kann oder auch weiß, wo man hingehen kann, um in das regionale Netzwerk von Kollegen zu kommen. Daher ist die örtliche Nähe sehr wichtig.
Mentorin 2: Unser Tandem war auf jeden Fall eine gute Lösung! Wir haben uns sehr gut verstanden, von Anfang an, und haben uns in den zwei Jahren auch immer besser kennengelernt, so dass inzwischen schon ein sehr vertrautes und freundschaftliches Verhältnis entstanden ist. Ich dachte am Anfang, dass es schade ist, dass wir nicht die gleichen Arbeitssprachen haben, aber letztendlich haben sich die Sprachen als gar nicht so wichtig herausgestellt. Die meisten Fragen kamen zu sprachunabhängigen Dingen auf, so dass ich meiner Mentee hoffentlich trotzdem ganz gut weiterhelfen konnte. Und für die sprachspezifischen Dinge gab es ja auch Kontakt zu anderen Kollegen, die eventuell helfen konnten.
Mentee 2: Ich habe mich mit meiner Mentorin von Anfang an wohlgefühlt. Kaum dass die Tandems bekannt gegeben wurden, hat sie mich auch schon angerufen, um sich vorzustellen. Während des Gesprächs sagte sie zu ihrer Tochter gewandt: „Jetzt nicht, das ist eine Kollegin.“ Dieser Satz war zwar nicht für mich bestimmt, aber er hat richtig gut getan. Eine Kollegin!
Wie ist die Zusammenarbeit verlaufen? Treffen, Telefonate, Email – gab es Zeitabsprachen oder feste Termine?
Mentorin 2: Anfänglich hatten wir uns feste Termine vorgenommen, um den Fortschritt zu verfolgen. Aber das war dann doch zu unflexibel, weil dann doch schon vorher ein Thema aufkam und wir telefoniert haben und so hat sich der fixe Termin als unnötig erwiesen. Wir hatten schon recht regen Kontakt, hauptsächlich per Mail oder am Telefon, haben uns aber auch mal bei einem Dolmetscherstammtisch oder bei einer Fortbildung getroffen.
Mentee 2: Wir haben uns vorgenommen, einmal pro Monat zu telefonieren, um zu besprechen, was sich getan hat bzw. was ansteht, oder eben bei Bedarf anzurufen oder zu mailen. Neben den fixen NWP-Treffen am Rande der JMV und im Sommer haben wir zusätzliche Treffen vereinbart und diese häufig mit einer weiteren Veranstaltung verbunden wie dem Stuttgarter Dolmetscherstammtisch, dem NWP-Regionaltreffen oder einem Seminar.
Hat Dich, liebe Mentorin, die Zusammenarbeit in irgendeiner Weise eingeschränkt?
Mentorin 2: Überhaupt nicht! Wenn ich gerade keine Zeit zum Telefonieren hatte, dann war es für meine Mentee auch kein Problem, wenn ich per Mail geantwortet habe. Und eine Mail ist ja schnell geschrieben. Ich fand es ganz im Gegenteil eher bereichernd, mir über gewisse Dinge Gedanken machen zu müssen. Natürlich muss man für ein solches Programm Zeit investieren, das sollte einem vorher bewusst sein. Aber ich habe mich in meiner zeitlichen Einteilung wegen des NWP nicht eingeschränkt oder gestresst gefühlt!
Frage an die Mentees: In welchen Angelegenheiten konnte Euch das VKD-Nachwuchsprogramm helfen, wo es ansonsten schwierig gewesen wäre, Unterstützung zu bekommen?
Mentee 1: Erstmal gab es die praktischen Dinge. Allgemein kann man ja nicht so offen über Preise, Kalkulation, Kunden sprechen, weil man sich zwar untereinander gut versteht, aber dennoch in einer Konkurrenzsituation ist. Da ist es gut, wenn man am Anfang zu jemandem gehen und sagen kann: „Hier ist mein Vertrag. Schau dir den mal an. Hast du noch Tipps, fehlt etwas, so würde ich jetzt das Angebot für den Kunden schreiben.“ Und da ist es gut, wenn man ein Vertrauensverhältnis zu jemandem, der einem dann auch wirklich weiterhilft, hat.
Mentee 2: Allgemein hat das NWP vor allem Motivation und Sicherheit gebracht. Auf jedem Treffen habe ich neuen Anschub bekommen und konnte mein Zugehörigkeitsgefühl zum Berufsstand stärken. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aspekt des Netzwerkens. Dank des NWP kenne ich jetzt gut 50 Kollegen mehr als vorher. Insbesondere der Kontakt zu den erfahreneren Kollegen wäre ohne das Programm wohl nicht zustande gekommen. Im Speziellen zeichnet sich das NWP dadurch aus, dass es einen persönlichen Ansprechpartner vom Fach und meist mit gleicher Sprachkombination bietet. Meine Mentorin hatte immer eine Antwort, die mich weitergebracht hat. Allgemeine Ratgeber zur Selbständigkeit können da natürlich nicht mithalten.
Wie war die Atmosphäre bei den NWP-Treffen? Gab es einen guten Austausch zwischen den Tandems? Konnte man von den verschiedenen Erfahrungen der Tandems profitieren?
Mentee 1: Ich fand alle Treffen innerhalb des Programms mit allen Beteiligten sehr schön. Ich fand die gesamte Gruppe gut. Ich muss sagen, Kontakt zu einzelnen Tandems haben wir nur sehr sporadisch und das sind dann eher private Treffen. Das Programm an sich und die Gruppe finde ich hervorragend. Man bekommt so viele Facetten mit, es gibt unter den Mentoren häufig ganz unterschiedliche Ansätze, und das ist als Mentee auf jeden Fall bereichernder, als wenn man sich nur mit einer Person austauscht. Und da kann ich dann auch ganz frech eine Frage stellen wie: „Wie macht ihr das denn mit eurer Angebotsbefristung?“ Die Antworten reichen dann von gar keiner Befristung über eine Woche nach Angebotsabgabe bis hin zu einer Woche vor dem Auftrag – die ganze Bandbreite. Da alle ganz unterschiedlich arbeiten, kann ich schauen, was für mich funktioniert. Das ist für mich sehr positiv.
Mentorin 2: Ich war nicht bei allen NWP-Treffen dabei, aber bei denen, auf denen ich war, war die Atmosphäre gut und locker. Man konnte sich nett unterhalten, auch mit den anderen Tandems (auch aus den anderen Jahrgängen), und so kam ein guter Austausch zustande. Bei den Diskussionen in den Gruppen (ob jetzt innerhalb des Jahrgangs oder jahrgangsübergreifend) konnte man sehr gut von den Erfahrungen der anderen profitieren. Es gibt ja immer wieder Fälle, die andere schon erlebt haben, man selber aber noch nicht. So konnte man sich in Ruhe überlegen, wie man selbst in einer ähnlichen Situation handeln würde. Am effizientesten fand ich allerdings das Regionaltreffen, bei dem sich eine kleinere Gruppe aus dem Süden und Westen in Frankfurt getroffen hat. Die Diskussion dort fand ich sehr konstruktiv, da die Gruppe noch kleiner war, ich das Gefühl hatte, man konnte noch offener sprechen, und es auch keine sonstigen organisatorischen Dinge drumherum zu klären gab. So ein Treffen ist auf jeden Fall wiederholenswert!
Hat sich die Zusammenarbeit in den zwei Jahren verändert? Gab es eine Entwicklung zu verzeichnen?
Mentee 1: Ja, es geht jetzt nicht mehr um grundsätzliche Sachen, sondern mehr um das Praktische und Konkrete. Nicht mehr: „Kennst du die Agentur XY?“ oder „Ist diese Anfrage überhaupt seriös“, sondern mehr: „Wie mache ich bei dieser Anfrage ein gutes Angebot?“ Und was mir das Programm auch gebracht hat, ist ein kleines, feines überregionales Netzwerk, das ich sehr zu schätzen weiß. Ich kenne jetzt ein paar Kollegen in Berlin, eine ganze Menge in Frankfurt. Und das hätte ich ohne NWP jetzt nach zwei Jahren auf keinen Fall.
Mentorin 1: Es hat sich viel verändert. Im ersten Jahr waren das die typischen Fragen, die jeder am Anfang seiner Laufbahn stellt. Und jetzt sind das ganz normale Gespräche, die ich mit erfahrenen Kollegen auch hätte.
Was hast Du aus dem NWP gelernt oder welche neuen Erkenntnisse hast du dazu gewonnen?
Mentorin 1: Ich habe nicht gewusst, wie viel Erfahrung ich tatsächlich habe. Es war mir einfach nicht klar, was diese 20 Jahre bedeuten. Ich habe jede Situation irgendwo schon einmal erlebt, und das ist ein tolles Gefühl. Das heißt, ich kann ganz viel mit Ruhe meistern.
Mentee 1: Diese Ruhe ist für mich sehr wichtig. Nach drei Jahren geht es für mich nicht mehr so sehr darum, ob mich überhaupt jemand anruft oder ich überhaupt in den Markt komme. Jetzt ist mehr so die Stufe: Wie gestalte ich das Ganze? Wie gehe ich mit meinem zweiten Standbein, dem Unterrichten, um? Für mich sind immer noch alle Situationen die ersten Situationen. In diesem Jahr kam es schon mehrfach vor, dass ich in einer Woche drei Aufträge hatte, und das ist ganz schlimm, ich hatte Herzrasen vier Tage lang. Und da ist dann meine Mentorin. Drei Aufträge in der Woche, das ist doch total super, sagt sie. Also einfach tief durchatmen, und dann wird das schon. Als Mentee holt mich das zurück auf den Teppich. Wenn andere das schaffen, OK, dann schaffe ich das auch!
*Mentorin 2:** Durch den Austausch mit den anderen (egal ob Mentees oder KDs) hab ich einiges dazugelernt oder mir gedacht, ach ja, so könnte man es auch machen. Dabei ging es nicht mal nur um Preisverhandlungen, Angebote und Arbeitskonditionen, sondern auch um einfache Dinge, wie z.B. ein Auftragsprotokoll schreiben o.ä. Man lernt ja nie aus. Außerdem habe ich einige neue Kollegen auch in anderen Regionen Deutschlands kennengelernt. Wenn man mal dort jemanden braucht, ist es ja schön, wenn man auf Leute zurückgreifen kann, die man persönlich kennt.
Frage an die Mentoren: Was hat Euch am meisten Freude bereitet?
Mentorin 1: Das Ziel, das ich mir gesteckt hatte, haben wir erreicht, nämlich dass meine Mentee von ihrer Arbeit leben kann und die Lust daran nicht verliert. Das wäre doch das Schlimmste!
Mentorin 2: Zu sehen, dass ich mit meinem Ratschlägen tatsächlich jemandem helfen kann. Oder dass ich nur dadurch, dass ich erzähle, wie es bei mir selber war, meine Mentee aufmuntern konnte, auch wenn es auftragsmäßig mal nicht so gut aussah. Ich finde es auch sehr schön zu sehen, dass sie viel selbstbewusster geworden ist, was natürlich nicht mein Verdienst ist, aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass es vorwärts geht.
Frage an die Mentees: Würdet Ihr Euch selbst auch einmal als Mentorinnen zur Verfügung stellen?
Mentee 1: Ich habe von meiner Mentorin erwartet, dass sie mir die Ruhe geben kann, dass sie mir helfen kann, ins Netzwerk hineinzukommen. Sobald ich für mich das Gefühl habe, dass ich da auch an einem solchen Punkt bin, wird das gehen. Solange fast jeder Auftrag etwas völlig Neues bringt, bin ich noch nicht soweit. Vielleicht in drei oder vier Jahren… Und ich möchte gern etwas haben, was ich dann zurückgeben kann und wo ich mich in einem kleineren Rahmen austauschen kann als zum Beispiel bei einer JMV.
Mentee 2: Das werde ich auf alle Fälle. Zwar noch nicht im nächsten Jahrgang – etwas mehr Erfahrung möchte ich doch noch sammeln –, aber in paar Jahren sicherlich. Das Programm ist eine Bereicherung für alle Beteiligten und ich möchte sagen auch für den Berufsverband insgesamt. Ich habe sehr stark davon profitiert und möchte, dass andere dies in Zukunft auch können.
Frage an die Mentoren: Warum würdet Ihr anderen KDs empfehlen, sich als Mentor zur Verfügung zu stellen?
Mentorin 1: Ja, denn wir brauchen qualifizierten Nachwuchs, und das kann man am besten sicherstellen, indem man jemanden die ersten Jahre begleitet. Und weil ich das damals in dieser Form nicht hatte, jemanden, der einen einfach an die Hand nimmt.
Mentorin 2: Man lernt selbst eine Menge durch den Austausch mit den anderen, lernt neue Kollegen kennen (und vielleicht alte etwas besser), macht sich vielleicht durch die Fragen der Mentees auch selber Gedanken über Dinge, die einem neu sind - und der Zeitaufwand war auch wirklich nicht zu groß. Gerade die NWP-Treffen haben auch immer großen Spaß gemacht!
Könnt Ihr das NWP in einem Satz zusammenfassen?
Das NWP hat für mich viel von einer Familie. Es gibt unterschiedliche Generationen, die zusammenkommen, die wie bei einer Familie irgendwie verbunden sind. Es herrscht eine positive Grundstimmung. Man muss sich aber nicht allen in diesem Programm gleich nahe fühlen. Wir lernen voneinander, und das ist gut so. Ich würde es an den drei Buchstaben festmachen – NetzWerk Perfekt, und das ist doch perfekt zum Ende des NWPs. Eine äußerst nützliche Sache von der beide Seiten profitieren können!
Wenn ich in der Kabine sitze, muss ich mir manchmal ungläubig die Augen reiben und mich kneifen, denn ich kann es noch immer nicht so recht glauben. Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass es tatsächlich klappen würde, hätte ich ihn vermutlich nur ungläubig angeschaut... Was hat sich in den zwei Jahren denn verändert?
Nun, der Sprung ist enorm. Während ich vor zwei Jahren noch Däumchen-drehend vor dem Telefon saß und hauptsächlich übersetzte, hat sich der Trend umgekehrt: Heute dolmetsche ich regelmäßig und kann sogar ganz gut davon leben. Das ist mehr, als ich mir vor zwei Jahren erträumt hatte. Und das Nachwuchsprogramm hat hierbei eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Denn gerade der Anfang war alles andere als leicht und zum Teil frustrierend. Manchmal spielte ich mit dem Gedanken, aufzugeben und zweifelte, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Dank meiner Mentorin, die mir immer wieder Mut machte und mich anspornte, durchzuhalten, und dank der regelmäßigen Treffen im Rahmen des Nachwuchsprogramms wurde ich jedoch immer wieder aufs Neue motiviert, nicht aufzugeben. Das war besonders im schwierigen ersten Jahr wichtig, denn damals kamen kaum Aufträge herein und es war in dieser Situation nicht leicht, positiv zu denken. Gerade der regelmäßige Austausch mit meiner Mentorin und mit meinen Kolleginnen (und „Leidensgenossinnen“) vom Nachwuchsprogramm war daher ein sehr wichtiger Rückhalt. Dadurch bekam ich das Gefühl, nicht alleine zu sein, unterstützt zu werden und mich jederzeit mit Fragen an meine Mentorin wenden zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass ich nerve. Vor allem wenn ich unsicher war, wie ich z.B. mit einem schwierigen oder nicht zahlenden Kunden umgehen soll, stand mir meine Mentorin mit kompetenten Ratschlägen zur Seite.
Die regelmäßig stattfindenden Nachwuchstreffen und Fortbildungen haben mir jedes Mal sehr viel Energie und Motivation geschenkt, um mich weiter durchzubeißen. Stets kehrte ich von diesen Treffen voller Elan und Tatendrang zurück. Und: Mir wurde dank der großen Bandbreite der besprochenen Themen (z.B. Optionen-Management, Preis-Verhandlungen oder Marketing) der eine oder andere Fauxpas erspart...
Was ich am meisten am Nachwuchsprogramm schätze? Die gegenseitige Unterstützung, den Austausch und zu wissen, dass man nicht alleine ist, dass es anderen genau so geht, dass ich mich mit anderen „Leidensgenossinnen“ austauschen kann und dass ich meine Mentorin wirklich alles fragen darf. Meiner Mentorin ist keine meiner Fragen zu blöd oder lästig und ich erhalte stets eine schnelle und kompetente Antwort bzw. Hilfestellung. Die Seminare und Regionaltreffen waren zudem eine hervorragende Bereicherung, nicht nur hinsichtlich der vermittelten Inhalte, sondern auch was die persönliche Ebene angeht, schließlich habe ich dadurch nicht nur nette Kolleginnen kennengelernt, sondern auch Freundschaften geschlossen.
Von daher kann ich sagen: Es waren wunderbare zwei Jahre und ich bin wirklich sehr dankbar dafür, dass es ein solches Programm gibt! Dank des Nachwuchsprogramms wird man sanft aus der behüteten Uni-Welt in die reale Welt „da draußen“ geführt.
Vielen Dank, liebe Mentorin, für dein offenes Ohr und deine tolle Unterstützung und vielen Dank,Vivi, für deinen spitzenmäßigen Einsatz für das Programm!
Das Seminar „Kostenkalkulation, Rentabilität und Honorarbildung“ von Klaus Ziegler im Rahmen des Nachwuchsprogramms am 21. August 2011 in Frankfurt knüpfte an die von Julia Böhm, Anja Rütten und Angelika Eberhardt auf der JMV in Ismaning angestoßene Diskussion über Kosten, Aufwand und Honorargestaltung an. Ziel war es, den Teilnehmern den eigenen Finanzbedarf sowie den eigenen Zeitaufwand, sowohl auftragsbezogen als auch auftragsunabhängig, vor Augen zu führen. Denn nur wer weiß, was er braucht und möchte, kann einschätzen, ob ein Honorar angemessen ist oder nicht. Dies bringt Selbstbewusstsein für Honorarverhandlungen auf handfester betriebswirtschaftlicher Grundlage.
Der Referent Klaus Ziegler ist freiberuflicher Konferenzdolmetscher und bietet Fortbildungsseminare zu unternehmerischen Aspekten des Konferenzdolmetschens für Ausbildungsinstitute und Berufsverbände. Er ist Mitglied der AIIC-Arbeitsgruppe Honorarstruktur und arbeitet außerdem in Festanstellung an der Hochschule für Angewandte Sprachen in München.
Historisch, so Ziegler, hat sich aus dem Berufsstand heraus der Tagessatz etabliert, als ein Durchschnittswert. So wurden Konferenzen, die viel Vorbereitungsaufwand erforderten, quersubventioniert über Konferenzen mit wenig Vorbereitungsaufwand. Aufs Jahr gesehen wurde die Anzahl an Einsatztagen mit dem Arbeitsaufwand der Konferenzen in Relation gesetzt und daraus – von Dolmetschern – ein Tagessatz bestimmt, an dem sich damals auch das Auswärtige Amt orientierte. Inzwischen legen Marktveränderungen auch eine Veränderung der Honorarstrukturen nahe. Konferenzen sind heute sehr viel technischer und dichter. Der Vorbereitungsaufwand ist gestiegen. Einmal abgesehen von kartellrechtlichen Gründen bestimmt nicht mehr der Berufsstand, sondern der Markt den Preis. Die Tage vorbehaltlos akzeptierter Sätze sind vorbei. Inwiefern ist ein Festhalten am Tagessatz noch angebracht? Rechnet er sich in seiner aktuellen Höhe überhaupt noch?
Eine Möglichkeit, sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern, ist einmal zu betrachten, was vergleichbare Berufsgruppen verdienen. Doch welche kämen als Vergleichsgruppen in Frage? Wie wir hatte auch die Arbeitsgruppe Honorarstruktur die Schwierigkeit, eine geeignete Berufsgruppe mit vergleichbarer Auftrags-, Zeit- und Abrechnungsstruktur zu finden. Dies als „Alleinstellungsmerkmal“ der Berufsgruppe Konferenzdolmetscher
herauszustreichen genügt als Honorarrechtfertigung nicht mehr. Hinzu kommt das Problem, dass eine Dolmetschleistung keinen bleibenden Mehrwert hat, wie eine Teilnehmerin bemerkte. Bleibt nur zu schauen, welche Ansätze der Honorargestaltung aus anderen Branchen für das Konferenzdolmetschen in Frage kommen. Dazu gehört, zusätzlich erbrachte Leistungen, wie Organisation, Beratung, Technikbeschaffung etc., grundsätzlich
vergüten zu lassen.
Zur Klärung der Rentabilitätsfrage ist zu betrachten: Welche Kosten müssen aufs Jahr gesehen gedeckt werden? Wie viel Zeit steht jährlich überhaupt zur Verfügung, um die entsprechenden Einnahmen zu erwirtschaften? Welcher Stundensatz ergibt sich daraus? Die Kostenkalkulation wurde nicht zuletzt anhand eines Arbeitsblattes anschaulich gemacht, das von Teilnehmern in vergleichbarer Lebenssituation gruppenweise ausgefüllt wurde. Erfasst wurden die betrieblichen sowie die privaten Kosten pro Monat und Jahr, um einmal alle zu berücksichtigenden Kostenposten vor Augen zu führen. Zudem war sowohl der Vergleich innerhalb der Gruppe als auch die Gegenüberstellung der verschiedenen Gruppen sehr erhellend. In Punkto Kosten seien Alters- und Risikovorsorge zwei Posten, die Umfragen zufolge allzu häufig vernachlässigt werden, aber nicht vernachlässigt werden sollten. Erstens, weil fehlende Vorsorge unweigerlich zu Lasten des Nichtversicherten geht, und zweitens, weil dieser zwar dadurch den Vorteil hat, Leistungen günstiger anzubieten zu können als Wettbewerber. Gleichzeitig drückt er so aber das Preisniveau und macht die Berufsausübung für andere unrentabel, was letztendlich einen volkswirtschaftlichen Schaden darstellt. Auch derartige Überlegungen gilt es anzustellen, wenn ein Angebot geschrieben wird.
Zur Zeiterfassung wurden die kostenlosen Tools Baralga und Herrmann vorgestellt und es wurden Kategorien genannt, anhand derer sich die „produktive“ und die „unproduktive“ Zeit einteilen lässt. Das Verhältnis aus beiden ist interessant, denn die produktive Arbeitszeit muss ja den sogenannten unproduktiven Anteil, der nicht in Rechnung gestellt werden kann, also Wissensmanagement oder Buchhaltung, mitfinanzieren. Geht man außerdem von durchschnittlich einem Tag Vorbereitung pro Dolmetschtag aus, dann kann man das Honorar von vornherein durch zwei dividieren. Vor diesem Hintergrund kam die Überlegung auf, die Vorbereitung gesondert zu berechnen, das Honorar insgesamt höher anzusetzen oder gleich nach Stunden abzurechnen. Eine weitere Überlegung war, zu differenzieren und je nach Tätigkeit auf einen zu errechnenden Basiswert (Rentabilitätsschwelle) 20, 40, 60 oder 80% aufzuschlagen. So könnten Reise- oder Stehzeiten mit dem Basissatz abgerechnet werden, für die Vorbereitung kämen 20% hinzu. Für Fachkonferenzen, die einen hohen Grad an Spezialisierung erfordern, könnten plus 80% angesetzt werden, zumal die Spezialisierung einer konstanten Fortbildung bedarf und somit Zeit- und Kostenaufwand bedeutet.
Die Rentabilitätsschwelle pro produktiver Arbeitsstunde (ca. 1200 Stunden pro Jahr) errechnet sich aus dem Ergebnis der Jahresbedarfsrechnung geteilt durch die produktive Jahresarbeitszeit in Stunden. Allerdings ist darin noch kein unternehmerisches Risiko enthalten, das mindestens 33% betragen sollte. Bei einem Bedarf von 72.000 € jährlich – zum Vergleich diente hier die Besoldungsgruppe A 13, also z.B. ein Studienrat – sind das 60
€, plus minimales unternehmerisches Risiko von 33% 80 €.
Der auftragsbezogene Vergleich zwischen Rentabilitätsrechnung und tatsächlichem Honorar ließ Klaus Ziegler schlussfolgern: „Wir arbeiten nicht rentabel und lassen uns die Mehrzahl an Einsätzen nicht aufwandsgerecht bezahlen.“ Es sei sogar eine Verschärfung durch aktuelle Trends zu erwarten.
Gleichwohl wäre es falsch in Fatalismus zu verfallen. Der Markt wird bestimmt aus Angebot und Nachfrage und wir sind Akteure auf Angebotsseite, die mitbestimmen können. Das mag anstrengend und langwierig sein und in manchen Fällen sicher auch aussichtslos. Doch sich auf Preisdruck einzulassen und sich über kurz oder lang zu überlegen, ob eben nicht mehr der Studienrat sondern, so sagte eine Kollegin provokativ, der Friseur als Bezugsgruppe herhalten muss, ist sicherlich unbefriedigender und in letzter Konsequenz existenzbedrohend.
Modellkalkulation an persönliche Situation anpassen. Natürlich muss jeder für sich seine eigene Rentabilitätsrechnung aufmachen, da jeder unterschiedliche private und betriebliche Aufwendungen hat. Jeder muss selbst entscheiden, wie realistisch und sinnvoll es ist, Kosten zu reduzieren, und ob nicht mit einer geringen Steigerung des Durchschnittshonorars dasselbe erreicht werden kann wie mit der Einsparung sinnvoller Betriebsausgaben. Es geht jedoch nicht nur darum, festzustellen, welche Einnahmen zur Deckung meiner eigenen Kosten erforderlich sind, sondern immer auch um die Frage, ob das errechnete Honorar zu einem stabilen Preisniveau nicht nur für mich, sondern auch für meine Kollegen beiträgt.
In diesem Zusammenhang kann man sich fragen, was man den eigenen Kollegen eigentlich als Honorar anbietet und ob man umgekehrt auch gegenüber Angeboten von Kollegen unternehmerische Aspekte in Honorargesprächen anbringt. Auch wir sollten uns als Unternehmer verstehen und wie andere die Rentabilitätsrechnung aufmachen. Dann ist klar: 500 € sind nicht der pure Wahnsinn sondern der blanke Unsinn.
Bedauerlicherweise kam aus Zeitmangel die Diskussion darüber, welche unternehmerischen Argumente bei Honorarverhandlungen gegenüber dem Kunden vorgebracht werden können, zu kurz. Wir möchten sie bis zur nächsten JMV weiterführen und freuen uns über weitere Stimmen zum Thema.
Mehrere Aufrufe Vivis, sich zu melden, sofern man Interesse an einer Mitwirkung am NWP 2010 - 2012 hat, ließ ich reaktionslos an mir vorüberziehen. Lust dazu hätte ich schon gehabt, aber ich passte, dachte ich, so gar nicht ins Profil: seit langen Jahren war ich Dolmetscherin/ Übersetzerin im Angestelltenverhältnis und erledigte nur sporadisch Aufträge in freier Wildbahn. Noch dazu war ich im Ausland. Das konnte ja nichts für mich sein! Bis dann der „letzte Aufruf“ kam und damit die Mitteilung, dass noch ein/e Mentor/in für Wiesbaden gesucht wurde.
Wiesbaden – DAS Stichwort! Dieses Städtchen hatte ich wenige Monate zuvor nach 10 Jahren verlassen, ohne jedoch die Anker zu lichten. Daher könnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: auf Heimatbesuch in Wiesbaden am NWP mitarbeiten! Vivi fand mein Profil nicht unpassend, also habe ich mich beworben.
Kurz darauf meldete sich meine Mentee, die ich bereits aus Germersheim und durch ihr Praktikum bei meinem ehemaligen Arbeitgeber kannte. Prima! Wie sich herausstellte, war Wiesbaden auch für meine Mentee mehr ein theoretischer Stützpunkt als ein tatsächlicher Standort, und rückblickend waren wir sehr selten gleichzeitig dort, um uns zu treffen. Normalerweise waren wir immer gerade irgendwo anders … Obgleich die geographische Nähe von Mentor/Mentee unbestritten sinnvoll ist, waren unsere Migrationsbewegungenvom Weißwurstäquator zum Röstigraben und darüber hinaus kein Hindernis: Frankfurt, Wiesbaden, Prag, Brüssel, Genf, Bern, Biel/Bienne – wir wurden zur wandelnden NWP-Außenstelle. Die Anzahl der gegenseitigen E-Mails mit dem Betreff „neue Adresse“ war für den kurzen Zeitraum beachtlich. Skype macht’s möglich, dass die Kommunikation trotzdem klappt. Aber über welche Themen haben wir eigentlich kommuniziert?
Das erste Treffen hatte am Rande der JMV in Hamburg stattgefunden. Dort wurde eine Holschuld der Mentees vereinbart: sie sollten sich mit ihren Fragen bei den MentorInnen melden, nicht umgekehrt. Anfangs ging es in der Kommunikation noch ein bisschen formell zu; die Zielvereinbarungen waren die Grundlage für den Austausch. Das Formelle legte sich schnell, die Themen variierten: Versicherungen für Freiberufler, Honorargestaltung, Umgang mit schwierigen Kunden, und immer, immer wieder Vertragsverhandlungen: Welche Konditionen sind akzeptabel, welche nicht, auch wenn sonst weit und breit kein Auftrag in Sicht ist? Wieweit sollte ich bei den Vertragsverhandlungen nachgeben, wo hört der Spaß auf? Wie hoch muss ich in die Gespräche einsteigen, wenn ich das gewünschte Ergebnis erzielen will? Und was mache ich, wenn dem Auftraggeber meine Argumente vollkommen egal sind? Er ungehalten reagiert? Und ich den Auftrag schließlich nicht bekomme? Wenn ich sogar mehrere Aufträge hintereinander nicht bekomme? Muss ich nicht doch irgendwann nachgeben, um überhaupt einmal an Aufträge zu kommen?
Der Einstieg ist nicht leicht. Und ich hatte mit meinem regulären Monatsgehalt manchmal gut reden. Und während meines regulären Angestelltendaseins manchmal gut schreiben: Hin und wieder blinkte Skype plötzlich auf dem Laptop in der Kabine auf, so dass ich in akuten Phasen auch mal die Dolmetschpausen nutzte, um Verhandlungen virtuell zu begleiten und die Ratschläge zu geben, die ich für sinnvoll hielt. Die endgültige Entscheidung lag jedoch immer bei meiner Mentee, denn MentorInnen sind m. E. weder ‚Auftragsbeschaffer‘ noch ‚Verantwortungsübernehmer‘ – sie sind Ansprechpartner mit subjektiven Einschätzungen. Nur verfügbar und zuverlässig sollten sie sein.
Wie es das Schicksal so will, wurde ich im Verlauf des NPW genötigt, einen schon länger währenden Traum in die Realität umzusetzen: ich machte mich selbst selbständig. Diese Situation veranlasste eine Kollegin beim Zwischentreffen im vergangenen August zu der Bemerkung: „Dann bist du ja jetzt in derselben Situation wie deine Mentee!“ Das stimmt. Und auch wieder nicht. Meine Mentee war mir in der aktiven Selbständigkeit etwas voraus. Aber ich konnte mich auf meine Berufserfahrung und mein bereits bestehendes Netzwerk stützen, das sich als solide erweist. Dafür bin ich ‚dem Netzwerk‘ sehr dankbar. Aber wie dankbar bin ich erst meiner Mentee für all die Fragen, zu deren Beantwortung sie mich veranlasst hat! Durch sie habe ich viele Aspekte, die mir im Laufe der Berufserfahrung selbstverständlich geworden waren, neu überdacht und war in vielen Fragen auf dem neuesten Stand. Nie hatte ich den Eindruck, dass die Anliegen meiner Mentee für mich „Arbeit“ bedeuteten. Immer habe auch ich dazugelernt. Mentorin zu sein war für mich daher eine sehr bereichernde Erfahrung, die mich selbst vorangebracht hat.
P.S.: Eine der letzten Skype-Nachrichten von meiner Mentee war sehr kurz. Zwischen den Worten „Wahnsinn“, „viel Arbeit“ und „keine Zeit“ fand ich die dichteste Anhäufung von Smileys, die ich auf so engem Raum je gesehen habe. Was für ein schöner Abschluss der beiden Jahre! Und den hat meine Mentee vor allem sich selbst zu verdanken – ihrem Willen, Durststrecken zu überwinden, und ihrer Bereitschaft, sich immer wieder neuen Situationen zu stellen und daraus neue Erkenntnisse zu ziehen. Wenn ich ihr dabei manchmal etwas Unterstützung bieten konnte, freut mich das. Und hoffe auf viele weitere Smileys, reale oder über Skype! ;-)
P.P.S.: Und nicht zuletzt danke, Vivi, für die Koordination, die Anleitung und die arbeitsintensive Organisation der Treffen und Zwischentreffen, die uns immer wieder neu verankert haben!
Frankfurt, 20.-21.08.2011 – Das Nachwuchsprogramm-Wochenende mit einem Zwischenbilanztreffen der Mentee-Mentoren-Paare und einem gemeinsamen Seminar stand wieder einmal ins Haus. Bei sonnigem Wetter trafen sich junge und erfahrene Dolmetscher aus ganz Deutschland in Frankfurt, um sich über ihre Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten im Speziellen und die berufliche Situation der Konferenzdolmetscher im Allgemeinen auszutauschen.
Das Nachwuchsprogramm des VKD umfasst zwei Jahrgänge von Tandems aus Mentoren und Mentees (derzeit die Jahrgänge 2010-2012 und 2011-2013), die sich am Morgen des 20.08.2011 zusammenfanden, um zuerst getrennt innerhalb der Jahrgänge die wichtigsten Fragen des letzten halben Jahres zu besprechen und somit auch die Themen des Treffens abzustecken. Für die Diskussion im Plenum ergaben sich dabei vier Bereiche, die den Tandems am stärksten unter den Nägeln brannten: „Nebentätigkeiten“, „Dolmetschtechnik“ „Optionsmanagement“ und „Angebotserstellung & Honorare“.
Nach einer Diskussion über die Vor- und Nachteile von Nebentätigkeiten im Angestelltenverhältnis (positiv: die finanzielle Absicherung und das soziale Netz, negativ: Zeitaufwand und die schwierige Vereinbarkeit mit Dolmetschaufträgen), wurden auch andere mögliche Einkommensquellen angesprochen, wie z.B. Übersetzen oder Sprachunterricht, oder auch Tätigkeiten, die nicht strikt als Konferenzdolmetschen definiert werden, aber von einigen Konferenzdolmetschern auch ausgeübt werden, wie Gerichtsdolmetschen oder Dolmetschen von Marktforschung.
Beim zweiten Themenbereich, der Dolmetschtechnik, drehte sich die Diskussion vor allem auch um den Konferenzdolmetscher als Dienstleister, von dem der Kunde häufig ein Komplettpaket mitsamt Dolmetschteam(s) und Dolmetschtechnik verlangt. Um dies seriös leisten zu können, ist zumindest ein allgemeines Verständnis der Technik und entsprechender Angebote seitens der Dolmetscher erforderlich. Da es hier sowohl auf Seiten der erfahrenen Kolleg/innen als auch unter den Neulingen gefühlte eigene Wissensdefizite gab, wurde angeregt, innerhalb des Verbandes eine Technikschulung anzubieten, ggf. in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Anbietern.
Der Bereich Optionsmanagement umfasste vor allem Fragen wie: „Was tun, wenn ich für ein- und dieselbe Veranstaltung mehrmals angefragt werde?“ oder „Wie gehe ich mit einer sehr attraktiven Optionsanfrage um, wenn ich für diesen Termin bereits eine Option vergeben habe?“ Die Tandems stimmten überein, dass man sowohl gegenüber Kollegen als auch Endkunden vor allem Offenheit beweisen sollte. Außerdem diskutiert wurde die Tendenz der immer längeren Optionierung seitens der Kunden, um Ausfallhonorare zu vermeiden. Ein Lösungsvorschlag dazu war die Staffelung von Stornohonoraren. Als Sonderfall des Umgangs mit Optionen wurden auch die „Risiken“ von pro-bono-Einsätzen angesprochen, die einen unter Umständen um lukrative Aufträge bringen können, wenn keine eindeutigen Absprachen bezüglich Ersatz und Rücktritt mit dem Auftraggeber getroffen wurden.
Der Samstag endete schließlich mit lebhaften Gesprächen über Honorare und deren argumentative Grundlage. Während allgemein erfahrenere Kollegen gegenüber Kunden gerne ihre Erfahrung als Verkaufsargument einsetzen, gibt es aber auch allerhand Argumente, die junge Konferenzdolmetscher nutzen können: ihr Engagement, ihr „Getrimmt-Sein“ durch das gerade erst abgeschlossene Studium, ihre intensive Vorbereitung, aber auch einfach die vielfach bewunderte Fähigkeit, gleichzeitig hören, denken und sprechen zu können. Ein wichtiger Rat war dabei, Telefongespräche mit Kunden zwischen Tür und Angel unbedingt zu vermeiden, da durch einen gut vorbereiteten Rückruf und gezieltes Abfragen der Veranstaltungsdetails auch junge Kollegen bereits viel Kompetenz und Selbstbewusstsein ausstrahlen können.
Diese und viele andere Diskussionen wurden natürlich noch lang über den Nachmittag hinaus in gemütlicher Runde weitergeführt. Mit dem gemeinsamen Abendessen, vielen Anekdoten und dem Seminar über Honorargestaltung von Klaus Ziegler, das am nächsten Tag stattfand, war das NWP-Wochenende eine sehr gute Gelegenheit, sich auszutauschen, besser kennenzulernen und wichtige Themen des Berufsbildes „Konferenzdolmetscher“ intensiv zu diskutieren.
Anja Schomaker, Mentee im Nachwuchsprogramm 2011-2013
Eine Mentorin und drei Mentees aus dem VKD-Nachwuchsprogramm sprachen im Plenum der Jahresmitgliederversammlung 2011 in Ismaning über ihre Erfahrungen in den zwei Jahren ihrer Zusammenarbeit. Die Fragen stellte Nadine Dönike.
ND: Meine erste Frage geht an die Mentorin: Wie bist du dazu gekommen, Mentorin zu werden? Was hat dich motiviert?
Ingeborg Schüler (Mentorin): Ich fand von Anfang die Idee als solche gut und habe mir gleichzeitig gedacht: Ich hatte das Glück, als ich angefangen habe, als Dolmetscherin zu arbeiten, eine ältere und erfahrene Kollegin zu kennen, die immer bereit war, meine Fragen zu beantworten. So dumm mir diese manchmal erschienen, ich hatte keine Angst, sie einfach anzurufen und ich bekam eine Antwort. Mit der Erfahrung im Kopf habe ich mir gedacht: Das möchte ich gerne zurückgeben. Und als sich dann diese Möglichkeit bot, habe ich mir gesagt: Jetzt!
ND: Meine nächste Frage geht an Inges Mentee, Katja Saur. Was war denn, wenn Inge mal eine Frage nicht beantworten konnte. Ist das überhaupt passiert?
Katja Saur (Mentee): Eigentlich kann ich mich nicht erinnern, dass da etwas war, was sie gar nicht beantworten konnte. Wenn das mal vorkam, hat sie sich immer schlaugemacht, aber das Meiste konnte sie direkt beantworten.
ND: Christine, dann frage ich dich: Was war der größte Erfolg, den du dank deiner Mentorin erleben konntest?
Christine Grigull (Mentee): Na ja, so eine konkrete Sache gibt es nicht, aber eigentlich ist der Erfolg, dass ich jetzt glaube, nicht mehr unbedingt eine Mentorin zu brauchen (Gelächter, Applaus).
ND: Und dann eine Frage an Nathalie: Kannst du dich noch an konkrete Fragen erinnern, die dich während des Programms am meisten beschäftigt haben?
Nathalie Kunkel (Mentee): Also, ganz am Anfang waren das wirklich ganz praktische Fragen, so was wie Steuern, Mehrwertsteuer, solche Geschichten, oder: „Wie geht man mit Kunden um, die von den eigenen Honorarvorstellungen nicht so überzeugt sind?“ Eigentlich ging es da um Kleinigkeiten, die – und da spreche ich vielleicht auch potenzielle Mentoren noch mal mit an – für jemanden, der schon ein paar Jahre Erfahrung hat, eigentlich gar keine Fragen mehr sind, aber für jemanden, der frisch von der Uni kommt, eben schon. „Wie stelle ich eine Rechnung? Was muss da alles drauf“, etc. Meine Mentorin war für mich einfach Ratgeberin, immer verfügbar für Fragen, aber oft auch Motivatorin. Sie hat mich ermutigt weiterzumachen, denn am Anfang gibt es ja doch manchmal Anlaufschwierigkeiten oder Phasen, in denen nicht so viel läuft.
ND: Gibt es noch Fragen von den anwesenden Mitgliedern?
Anja Ludwiczak: Was bringt das Programm denn den Mentoren? Hast du persönlich etwas von deiner Mentee gelernt?
Ingeborg Schüler (Mentorin): Eine neue Herangehensweise an Dinge. Ich habe das alles vor 20 Jahren total anders gemacht. Und ansonsten war es für mich auch eine Gelegenheit, neue Kollegen kennen zu lernen. Und für mich selbst: Ich habe es geschafft, meine ganz persönlichen Vorurteile gegenüber den Web-2.0-Plattformen etwas abzubauen (Gelächter).
Gabi Nötzold: Ich hätte eine Frage zur praktischen Gestaltung, also, wie oft habt ihr euch getroffen, habt ihr euch überhaupt getroffen, habt ihr miteinander telefoniert, habt ihr per E-Mail kommuniziert, und wenn ja, war das dann immer nur so, dass die Mentees die Mentoren etwas gefragt haben, seid ihr Mentees mitgegangen zu Einsätzen – vielleicht könnt ihr noch mal die praktischen Seiten eurer Zusammenarbeit etwas erklären?
Katja Saur (Mentee): Bei uns war es so, dass wir uns etwa alle zwei Monate persönlich getroffen haben und dann natürlich noch auf den gemeinsamen Treffen des Nachwuchsprogramms. Ansonsten habe ich versucht, meine Fragen möglichst zu sammeln, um nicht jede Woche einmal anrufen zu müssen. Aber es gab natürlich auch Notfallanrufe, nach dem Motto: „Ich habe da eine ganz dringende Anfrage und ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt bewerkstelligen soll“, und dann habe ich halt meine Mentorin angerufen und sie entweder direkt erreicht oder sie hat mich kurz darauf zurückgerufen.
Christine Grigull (Mentee): Bei meiner Mentorin und mir hat es der glückliche Zufall der Zuteilung mit sich gebracht, dass wir uns schon vorher kannten und auch oft beide am gleichen Ort waren und dann haben wir uns zeitweise eigentlich jede Woche am Freitag auf einen Kaffee getroffen. Für uns war es also ziemlich unkompliziert, das im Alltag zu organisieren.
Nathalie Kunkel (Mentee): Bei mir war es so, dass meine Mentorin nach einem dreiviertel Jahr weggezogen ist und wir dann eben nicht mehr in der gleichen Stadt waren, was aber überhaupt kein Problem war, schließlich gibt es ja nicht nur E-Mail, sondern auch so etwas wie Skype, was eben sehr nützlich ist, wenn man sich nicht mehr alle zwei Monate persönlich treffen kann.
Das Nachwuchsprogramm sieht zwei reguläre Treffen pro Jahr vor. Dies erschien einigen Teilnehmern selten und so kam am 17. April 2011 das erste Regionaltreffen des Nachwuchsprogramms in Frankfurt zustande.
Bei gutem Wetter trafen sich acht Mentees und drei Metorinnen und Mentoren der Jahrgänge 2010-2012 sowie 2011-2013 auf der Terrasse von Harveys Café in der Bornheimer Landstraße. Nach der Begrüßung durch Barbara Kagon, die Initiatorin des Treffens, und einer kurzen Vorstellungsrunde widmete man sich vier Fallbeispielen zu kniffligen Situationen, wie sie im Berufsleben vorkommen können. Zunächst wurde in Gruppen diskutiert, dann wurden die Ergebnisse vorgestellt und noch einmal im Plenum besprochen.
Da ging es beispielsweise um den Versuch des Preisdrucks seitens einer Agentur mit der Begründung, man sei Berufsanfänger und habe keine Referenzen auf einem bestimmten Gebiet. Stellt sich die Frage, weshalb eine Agentur eine in ihren Augen minderwertige Leistung dem Kunden überhaupt anbieten möchte. Ein Argument, um solchen Vorstößen entgegenzutreten. Prinzipiell sollten gerade Berufseinsteiger bei Honoraren eher nach oben denken, anstatt derlei Preisdruck nachzugeben und möglicherweise über kurz oder lang freiberuflich nicht überleben zu können, so die einhellige Meinung der Anwesenden.
Wann ist ein halber Tag ein halber Tag und was lässt sich in solchen Fällen der Forderung nach eben nur dem halben Honorar entgegensetzen, insbesondere wenn der Kontakt über einen Kollegen zustande kam, der sich „auf halbe Sachen“ einlässt? Mit diesem Thema beschäftigte sich eine weitere Gruppe.
Daneben ging es um den adäquaten Umgang mit Optionen, Anfragen und Fristen sowie um die Beratung von Kunden in Sachen Kabinentechnik und Dolmetschmodus je nach den individuellen Anforderungen der Veranstaltung.
Der Austausch zu den Fallbeispielen war rege und alle haben dazu gelernt. Daran schloss sich der (noch) gesellige(re) Teil des Treffens an, das sich gegen 17:00 Uhr wegen „Zugzwängen“ zum Bedauern aller auflöste, doch das sicher nicht das letzte seiner Art gewesen ist.
In der Reihe "Meine Zukunft" gibt die Redaktion von Dradio Wissen einen guten Überblick über den Einstieg in den Beruf des Konferenzdolmetschers.
Sehr gute Übersichtsseite zum Dolmetscherberuf, ebenfalls bei Dradio Wissen:
Meistens bestehen Glossare nur aus Listen von Wörtern mit ihrer fremdsprachlichen Entsprechung. Was viele Glossare außer Acht lassen, ist die interkulturelle Dimension, die hinter manchen Wörtern steckt. Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) veröffentlicht seit einigen Jahren Glossare, die einen Schwerpunkt auf eben diese interkulturelle Komponente setzen.
Seit seiner Gründung 1963 fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk die Begegnung zwischen jungen Menschen aus beiden Ländern und hat mehr als sieben Millionen jungen Franzosen und Deutschen die Teilnahme an rund 250 000 Austauschprogrammen ermöglicht.
Die Glossare des DFJW sind grundsätzlich für zwei Zielgruppen bestimmt: Zum einen für junge Deutsche und Franzosen, die an einer oft thematisch orientierten Begegnung (Beruf, Sport, Gesellschaft, Freizeit) teilnehmen, zum anderen für junge Berufstätige bzw. Auszubildende, die im Rahmen eines DFJW-Programms eine bestimmte Zeit im Partnerland arbeiten oder dort ein Praktikum absolvieren. Die Glossare ermöglichen ihnen, sich schneller und reibungsloser in das Arbeitsleben im Ausland einzugliedern. Darüber hinaus sind die Glossare, die Deutsch-Französisch erscheinen (zwei Titel auch Deutsch-Französisch-Englisch), über den Internetauftritt des DFJW auch allen Sprachinteressierten zugänglich.
Weil aus drucktechnischen Gründen der verfügbare Platz stark begrenzt ist, kann bei der Erstellung der Glossare der jeweilige Fachbereich nicht komplett erfasst werden. Das interkulturelle und interdisziplinäre Autorenteam aus deutschen und französischen Sprachexperten und Profis des jeweiligen Fachgebietes entscheidet, welche Wörter und Ausdrücke aufgenommen werden: Die Zahl der Einträge liegt bei insgesamt rund 1000.
Die Besonderheit der DFJW-Glossare besteht im interkulturellen Mittelteil, den sogenannten „Gelben Seiten“. Hier wird ein Blick über den Tellerrand auf die großen Unterschiede zwischen den beiden Nachbarländern geworfen. Im aktuellen Glossar Kindergarten und Grundschule (PDF-Link) erfolgt dies in Form einer vergleichenden Darstellung der Vor- und Grundschulbildung in Deutschland und Frankreich, einer schematischen Darstellung der Schulsysteme sowie einer Liste der wichtigsten Institutionen beider Länder. Diese "Interkulturellen Betrachtungen" erläutern, worin die Unterschiede der beiden Systeme liegen und erforschen die Gründe hierfür.
Aus Übersetzersicht sehr spannend ist beispielsweise, dass in Frankreich die scolarisation schon mit drei Jahren beginnt, wenn die Kinder als élève in die école maternelle gehen, die in das Bildungssystem integriert ist und damit der Schulverwaltung untersteht. Gleichaltrige Kinder in Deutschland gehen in den Kindergarten, der hier nicht Teil des Bildungssystems ist, sondern der Kinder- und Jugendhilfe untersteht; in diesem Alter handelt es sich deshalb um Kindergartenkinder, während die Bezeichnung Schüler erst ab der deutschen Einschulung im Alter von – je nach Bundesland – fünf bis sieben Jahren korrekt ist.
Eine weitere Besonderheit der Glossare ist auch, dass für das Fachgebiet wichtige, aber stark landestypische und in einer Übersetzung nur schwer zu fassende Begriffe berücksichtigt werden. Beispielsweise der Ausdruck devenir élève: Damit wird eine angestrebte Entwicklung des Kindes bezeichnet, die in den französischen Lehrplänen für die école maternelle von Bedeutung ist. Das Glossar bietet als Erklärung an: in die Schülerrolle hineinwachsen. Dabei handelt es sich also nicht um eine Übersetzung im eigentlichen Sinne, sondern um eine – durch kursive Schrift kenntlich gemachte – Empfehlung des Autorenteams, das nach langer, oft kontroverser Diskussion zu dem Schluss kam, dass dies auf verständliche Weise die wesentlichen Aspekte des Originalbegriffs wiedergibt, so fremd sein Konzept auch sein mag.
Ähnlich verhält es sich umgekehrt mit der Schultüte, die in Frankreich gänzlich unbekannt ist und deshalb mit cornet-surprise offert par les parents à l’enfant entrant à la Grundschule erklärt wird.
Ein weiterer, aus Sicht des Übersetzers interessanter Punkt betrifft Komposita mit Eigennamen, von denen man annehmen könnte, dass der Name in der Fremdsprache unverändert bleibt. So entspricht der Waldorf-Pädagogik im Französischen die pédagogie Steiner. Der Grund hierfür überrascht: Im Deutschen entschied man sich bei der Bezeichnung für einen Teil des Namens der Zigarettenfabrik (Waldorf-Astoria), deren Direktor die erste Schule dieser Art für die Kinder seiner Mitarbeiter gründete, während man im Französischen den Namen des Leiters (Rudolf Steiner) der ersten, 1919 in Stuttgart gegründeten Schule vorzog.
Die Glossare des DFJW umfassen mittlerweile 32 Titel, von Altenpflege bis Zimmerhandwerk, von denen allerdings lediglich die neuesten Titel, seit Jahrgang 2000, das neue Format mit interkultureller Komponente aufweisen (Bürgerengagement, Integration und Chancengleichheit, Fußball, Buchwesen, Küche sowie "Kindergarten und Grundschule"). Alle Glossare können kostenfrei beim DFJW in Berlin in der gedruckten Version bestellt (Format DIN A6) oder im Internet als PDF-Dateien heruntergeladen werden.
Ralf Pfleger

Zu Beginn haben sich Konferenzdolmetscher mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz und dem Engagement für den Nachwuchs auf der einen sowie von Fragen und Wissbegier „geplagte“ Neulinge auf der anderen Seite für dieses Programm entschieden. Auf der JMV 2009 sahen die Mentees mit Spannung und Vorfreude dem ersten Treffen mit den Personen entgegen, die ihnen in den nächsten zwei Jahren hilfreich zur Seite stehen würden. Mittlerweile ist eine dynamische Gruppe entstanden, in der sich Mentor-Mentee-Teams rege austauschen.
Die Idee des Nachwuchsprogramms hat sich voll bewährt. Zwar endet es für den Jahrgang 2009-2011 offiziell mit der JMV in Ismaning, jedoch - so der einhellige Tenor - endet der Kontakt zwischen den Tandems keinesfalls.
Somit zieht der NWP-TÜV-Bericht für alle Beteiligten ein positives Fazit und es wird dem VKD und seinen Mitgliedern - insbesondere denen, die sich als Mentoren zur Verfügung gestellt haben und stellen werden - ein großes Dankeschön dafür ausgesprochen, dass sie dieses hervorragende Programm ermöglichen.
Julia Scharping & Yan-Christoph Pelz
